Freitag, 7. März 2014

1914 oder 1939

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg. Im August 1914 steigerte sich der Gegensatz der Großmachte zum ersten globalen Krieg. Das Massenschlachten dauerte bis 1918 - und ging 1939 weiter. Ich bin kein Freund der These vom "Einen großen Krieg 1914 bis 1945", auch wenn es gute Argumente dafür gibt.
Denn ein gutes Argument gegen diese Ansicht ist, dass bis heute 1914 und 1939 als Beispiele für die globale Politik zu Rate gezogen werden. Das Säbelrasseln und Drohen, das Mobilmachen und Wettrüsten von 1914 wenn es darum geht, in der Außenpolitik zu mehr Gelassenheit zu mahnen. Das Stillhalten und Abwarten, die Besänftigungsversuche vor 1939 immer dann, wenn es darum geht, in der Außenpolitik zu den härteren Gängen zu rufen.
Jetzt ist es wieder so weit. Angesichts der Krise in der Ukraine haben sich recht früh zwei Ansichtler mit den beiden Bildern gemeldet. Carl Bildt, Außenminister in Schweden, erinnert die Lage in Europa in einem Tweet an 1914. Die ehemalige Außenministerin der USA, Hillary Clinton, denkt angesichts der Lage in Osteuropa eher an 1939.
Beides ist für sich gleich unpassend.
Beides erfüllt aber einen Zweck. Wer die Hitler-Karte spielt, will kein neuerliches Appeasement, sondern gleich die Truppen in Bereitschaft setzen. Wer 1914.2 fürchtet, will lieber Ruhe walten lassen und hat Angst, dass Eskalation die Lage nur eskaliert. Letzteres ist für einen schwedischen Außenminister nicht ungewöhnlich. Aber dass Clinton, ohne innenpolitische Not, in einer Phase, in der Amerika zum Isolationismus tendiert, einen Krieg gegen Russland für eine mögliche Option hält, ist erschreckend.

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